Unsere Familie besteht aus 2 Erwachsenen (meinem Mann und mir) unseren 3 Kindern (Chiara, Collin und Conner), unseren beiden Katzen (Missy und Shadow) und unseren beiden Puggles (Lilly und Leo). Wir sind derzeit vollzählig. Mehr soll es nicht werden. Ich wollte heute erzählen, wie wir überhaupt auf den Hund oder besser den Puggle gekommen sind und was es zu Wissen gibt wenn ein Puggle ins Haus einzieht.

Der Burn Out

Im Frühling 2016 hat es mich erwischt. Ich dachte, ich sei Superwoman und war eben doch nur ein ganz normaler Mensch mit begrenzter Kraft. Halbtags als Angestellte arbeiten, den restlichen Tag eine eigene Firma kaufmännisch versorgen und noch 3 Kinder groß ziehen war einfach nicht möglich. Besonders als unser Collin merklich Probleme mit der Schule bekam. Eines Tages riss mein Geduldsfaden und ich hatte meine Kinder derart angefahren, dass ich mich selbst nicht mehr kannte. Ich wusste, jetzt ist was kaputtgegangen.

Ich brachte die Kinder zur Schule, entschuldigte mich für meinen Ausraster und fuhr heulend zum Arzt. Die nächsten Wochen bewegte ich mich zwischen „Es geht mir gut, macht euch keine Sorgen“ und „Ich will nicht mehr Leben“ Stimmung. Es durfte einfach nichts mehr hinzukommen, sobald etwas nicht lief, wie es sollte (und damit war schon das fallen lassen des Schlüssels gemeint oder das es regnete und ich nass wurde) war ich am Boden zerstört.

Ich wurde mit Burn Out diagnostiziert. Ich kündigte als Erstes meine Halbtagsstelle und nahm mir den änderbaren Stress von der Seele. Die Kinder und meine eigene Firma konnte ich nicht aufgeben. Immerhin verdienen wir damit unser Geld und bezahlen unsere Rechnungen. Der Halbtagsjob sollte mir positive Energie und Bestätigung schenken und mich nicht zur Grenzbelastung bringen.

Der Rücken

Ich machte langsam, arbeitete aber nun wieder mehr in unserer Firma. Ich merkte, dass das Nichtstun mir noch schlechter Tat. Aber ich konnte so zumindest arbeiten, wie ich gerade konnte und wollte. Wenn nicht, dann eben nicht und wenn mehr dann eben mehr. Leider meinte mein Körper was anderes als meine Seele. Der Körper wollte nämlich überhaupt nicht mehr. Er streikte. So konnte ich im November nur noch vom Stuhl auf den Boden rutschen, mich dort gerade strecken (langsam) um dann aufzustehen.

Natürlich ging das beim Aussteigen aus dem Auto nicht und wenn ich woanders hin musste auch nicht. So konnte das einfach nicht weitergehen. Meine Cousine ist Masseurin und hatte mich einige Wochen massiert. Sie schimpfte mich jede Woche und meinte, ich solle dauerhaft jeden Tag mindestens für 30 Minuten spazieren gehen oder Übungen machen die meine Rückenmuskulatur stärken. Ich wusste, das würde ich jetzt machen solange ich Schmerzen habe und dann würde alles wieder einschlafen, da ich einfach viel zu viele andere Aufgaben hatte.

Der Puggle als Heiler

Auf einem Spaziergang, noch ohne Hund, trafen wir dann eine Psychologin. Wir kamen ins Reden und ich erzählte ihr von meinen Sorgen und Problemchen. Sie meinte, ein Hund wäre tatsächlich die beste Lösung für mich. Ich müsste täglich raus und das würde sowohl meinem Burn Out wie auch meinem Rücken guttun. Ein weiteres Plus wäre auch, dass Hunde sich generell positiv auf die Seele auswirken.

Ich ließ mir das einige Tage durch den Kopf gehen und besprach es mit meinem Mann und dann mit der ganzen Familie. Wir überlegten, welche Rasse infrage käme und wie sich unser Leben verändern würde. Wer welche Aufgaben übernehmen würde und ob wir das überhaupt meistern könnten. Es war schnell klar, dass nur ein Puggle für uns infrage kommen würde. Kurz darauf haben wir unsere Lilly das erste Mal als Baby gesehen.

Lilly, 4 Wochen alt

Was ist ein Puggle?

Ein Puggle ist ein (gewollter) Mix aus Beagle und Mops. Ob man nun den Mops gesünder machen wollte, um ihm mit mehr Nase besser atmen zu lassen oder den Beagle weniger Jagdtrieb geben, dass kann man wohl selbst entscheiden. Ich habe gelesen, ein englischer Jäger wollte einen ruhigeren Beagle für seine Rentenzeit haben und hat sich diesen Mix ausgewählt. Es gab aber auch andere Quellen, da war der Wunsch nach einem Hund, der das liebe Wesen eines Mops in einem gesunden Körper haben möchte.

Der Puggle wird zwischen 20 und 38 cm Hoch (Schulter) und zwischen 6,8 und 14 kg schwer. Puggles werden folgende Eigenschaften nachgesagt: eigenwillig, scharfsinnig, umgänglich, liebevoll, anhänglich, feurig, intelligent, wachsam, lebendig, zielstrebig, verspielt, sanftmütig, loyal, gutmütig, glücklich und mutig.

Ich kann tatsächlich alle Eigenschaften in unseren Puggles finden und bestätigen. Ich finde sogar, man bekommt zwei Hunde zum Preis von einem. Drinnen sind sie Mops und draußen sind sie Beagle. Die meiste Zeit schlafen sie. Am liebsten auf unserer Couch. Ich habe immer wieder versucht beide davon abzugewöhnen, leider bisher noch ohne durchschlagenden Erfolg. Sie schauen einfach zu herzzerreißend. Sobald sie rausdürfen, wird gebuddelt, geschnüffelt, gerannt, aber Gott sei Dank haben unsere beiden nie gejagt. Sie rennen hin und wieder einer Krähe nach, aber jeder Hase kam ohne Beachtung davon.

Was aber nicht verschont wird, sind die Hinterlassenschaften der Rehe. In den wird sich gesuhlt wie in Chanel No. 5. Ich kann nicht sagen, wie häufig wir nach Hause kommen und die beiden gebadet werden müssen, weil sie derartig ekelhaft stinken. Es gab dennoch, bis heute keinen einzigen Moment an dem wir traurig waren, dass wir uns für den Puggle entschieden haben. Er passt zu uns wie Faust auf Auge. Hier gibt es noch mehr Infos zum Puggle.

Lilly’s Einzug

Sobald wir uns für Lilly entschlossen hatten, begannen wir mit den Vorbereitungen für ihren Einzug. Ein Hundebett, eine Welpenleine, ein Welpengeschirr, Welpenspielzeug, einen Erziehungsratgeber und jede Menge Kot-Beutel, ein Welpenklo mit wechselbaren Auflagen und eine Bürste. Es war das erste Mal, dass wir alle es kaum erwarten konnten, dass Weihnachten vorüberging und endlich der 6. Januar werden würde.

Wir hatten Lilly über Ebay-Kleinanzeigen gefunden. Sie war eines von 6 Puggle-Welpen. Der Hobbyzüchter hatte die Mutter und Lilly war der zweite Wurf. Es gab ein weißes Welpen mit einigen lustigen braunen Flecken, zwei Welpen waren beige mit schwarzen Strömen, ein Welpe sah aus wie ein Mini-Rottweiler und eines war champagnerfarben. Lilly hatte als einzige die typische Puggle F1 Farbe. Eigentlich wollte ich gerne einen bunten Hund haben, aber Lilly hatte mit ihrer Art einfach mein Herz erobert. Sie war die Kleinste im Wurf.

Lilly weinte bitterlich auf ihrere ersten Autofahrt oder schlief. Wir haben versucht ihr ganz viel Liebe und Geborgenheit zu schenken, aber sie litt fürchterlich unter der Trennung von ihren Geschwistern. Uns war schon sehr Bange vor der ersten Nacht. Scheinbar war Lilly aber so KO, dass wir nur einmal hektisch aus dem Bett und auf den Balkon zur Welpentoilette springen mussten. Die restliche Zeit schlief sie ganz ruhig.

Puggle_Welpe_schlafend

Sie war so winzig, konnte aber schon Düfte lassen, da schrie das ganze Auto nach frischer Luft. Witzig ist auch wie eine ganze Familie klatschen und sich freuen kann, wenn das kleine Wesen seine Geschäfte erfolgreich im Freien und nicht auf dem Schoss verrichtet. Lilly hat tatsächlich nicht einmal ins Auto gemacht. Wir haben aber häufig angehalten. Bei jeder Bewegung von ihr dachten wir, dass das jetzt Unruhe ist und sie sicher musste.

Die ersten Tage mit einem Welpen

Ich fühlte mich wieder wie eine frisch gebackene Mama. Man verlässt ohne Hund das Haus nicht, überlegt sich jeden Trip. Muss das jetzt sein? Könnte ich den Hund mitnehmen? Wie lange muss ich weg sein? Wir sind nun auch nicht die Art Hundehalter, die ihren Hund einfach überall mit hin schleppen wollten. Sie war zwar süß und hat alle Leute im Sturm erobert, aber ob man seinen Welpen tatsächlich in ein Shopping-Center mitnehmen muss, ist für uns fraglich.

Es geht mir weniger um die Erziehung des Hundes, sondern eher darum, ob es für den Welpen nicht viel zu viel Stress ist. Immerhin tapselt er auf dem Boden umher und sieht nur Beine und Fliesen, Rolltreppen, Glastüren etc. Was ein Hund davon haben soll, ist mir schleierhaft. Unser Hund hat einen relativ großen Garten, ein Haus und darf täglich in den Weinbergen umherrennen und sich die Nase voller interessante Gerüche voll saugen. Ist, bis auf die Dünge- und Spritzzeit, sicherlich viel besser.

Lilly hasste Autofahrten, also fing ich zeitig an, sie für die Abholfahrten der Kinder alleine Zuhause zu lassen. Sie gewöhnte sich schnell daran und schlief auf dem Sessel am Eingang, um uns nicht zu verpassen. Eine kleine Lilly stand Schwänzchen wedelnd vor uns und freute sich unbeschreiblich, sobald wir die Tür öffneten. Ich muss sagen, dass Lilly bellen konnte, fiel uns erst Monate später auf.

Stubenrein werden

Was nicht so klappen will, war das Stubenrein werden. Sobald es draußen regnete oder nass war, wollte unsere Lilly nicht raus. Sie lief genau bis zur letzten trockenen Stelle und schaute uns an, als ob wir von ihr verlangten würden, von einer Brücke hinunterzuspringen. Wir warfen Leckerlis, wir stellten uns selbst in den Regen, wir „warfen“ sie ins feuchte Gras… bis heute ist es so geblieben. Sie macht dann auf die letzte trockene Stelle ihr Geschäft. Da ist sie einfach Mops. Stur. Sehr sehr stur.

Lilly schlief in unserem Bett. Für manche ist das ja ein No-Go.  Ich wollte aber nicht auf der Couch schlafen. Schon alleine schon wegen meines Rückens. So merkte ich aber auch, wenn Lilly aufwachte und sich bewegte. Ich habe sie dann sofort geschnappt und zur Welpen-Toilette gebracht. Je nach Wetter verweilte sie auf dem Balkon zwischen 2 und 20 Minuten. Nach 2 Wochen sprintete ich schon zur Haustüre und wir machten Pipi im Garten. Nach 2 weiteren Wochen schlief sie durch. Geht auf alle Fälle schneller, als bei kleinen Menschenkindern.

Ganz oft dachte ich mir, vor meinen 3 Kindern wäre ich hier durchgedreht. Das kannst du jetzt nur so wegstecken, weil du schon drei Kinder hast. Hut ab vor allen Menschen die Hunde vor Kindern haben.

Das Futter

Wir bekamen Lilly mit einem Sack Trockenfutter und einer Dose Nassfutter vom Züchter. Er hatte mir leider vorher eine andere Marke genannt und ich hatte nun einen großen Sack des Welpenfutters  von BOSCH zuhause. Leider stellte sich heraus, dass Lilly das Trockenfutter kaum fressen wollte. Die Schüssel war nie leer. Ich versuchte die Tipps von einer Verkäuferin vom Fressnapf zu beherzigen und habe das Futter nur 15 Minuten stehen lassen und danach kam es auf die Küchenablage.

Leider hat das nicht funktioniert. Es war ihr egal. Ich wechselte das Futter zu Orijen. Es schien mir eines der hochwertigsten Trockenfutter-Marken zu sein, die man erhalten konnte. Es war OK. Sie fraß es zumindest besser. Leer war die Schüssel nicht. So kam es, dass wir im November 2017 dann auf einen Barf-Work-Shop im Kölle Zoo aufmerksam wurden. Lilly hat das Probeessen innerhalb von 10 Sekunden verschlungen und ihr Blick sagte: davon will ich mehr.

Also fingen wir an zu barfen. Die Barf-Abteilung von Kölle Zoo ist der Hammer. Ich habe bisher keinen besseren Shop gesehen. Man kann jetzt nicht von appetitlicher reden aber von einer wahnsinnigen Auswahl. Auch die Beratung ist total Klasse. Lilly wurde gewogen und bekam einen Barf-Umstellungsplan. Es wurde mit uns das Futter zusammengesucht und alles erklärt. Wir machten immer Fressen für 4 Wochen. Zum Thema barfen, werde ich zeitnah einen eigenen Blog verfassen.

Wenn du deinen Hund in ein Restaurant mitnehmen möchtest, habe ich noch einen interessanten Blog-Tipp für dich.

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