Metro-Fliesen schwarz

Wir wohnen seit sechs Jahren in unserem liebenswerten älteren Häuschen. Sagen wir es einfach so: wir hatten uns nicht wegen der Gäste-Toilette für das Haus entschieden, sondern trotz der Gäste-Toilette. Die Toilette ist mit zwei Quadratmetern recht klein. Die Türe öffnet auf die falsche Seite. Sitzt man auf der Toilette und schließt nicht ab, kann es gut sein, dass man die Türe auf die Beine bekommt, sollte ein anderer ein dringendes Bedürfnis haben. Die Gäste-Toilette, im Grau der späten 80er ausgestattet, war ein eher kalter und düsterer Ort.

Deko zwecklos

Meine Versuche den Raum durch etwas Wandfarbe und schöne maritime Dekoration behaglicher zu machen, waren akzeptabel aber niemals perfekt. Der Wasserauslass zum Händewaschen war an der Wand und nicht am Waschbecken. Wollte man sich die Hände waschen und hatte zu viel Wasserdruck, war die ganze Toilette und natürlich man selbst nass. Ein Wasserschaden in den alten Rohren kam uns nun endlich entgegen, damit der hässliche Spot in unserem Haus verschwinden konnte. Vom grauen hässlichen Entlein zum wunderschönen Schwan sozusagen.

Viel Dreck und Staub

Im April 2018 bemerkte ich einen blau umrandeten Fleck im Keller, genau über unserer Gäste-Toilette. Das alte, leider asbesthaltige, Rohrsystem unseres Hauses schien das Zeitliche zu segnen. Nach fast 60 Jahren nach Baubeginn aber auch nicht ungewöhnlich. Auch in der Waschküche tropfte ein Rohr auf meine Waschmaschine. Wir brauchten dringend Hilfe. Ich habe keine Ahnung wie die Handwerkerlage bei euch gerade ist, aber bei uns ist es katastrophal. So wurden die Rohre und die Toilette erst im Oktober getauscht bzw. mit dem Umbau begonnen. Es war eine Riesensauerei. Wer schon Umbau- oder Renovierungserfahrung hat, weiß, wovon ich spreche. Der Staub legt sich einfach in jeder Ritze und Rille. Er ist einfach überall. Beim Wischen schiebt man ihn von rechts nach links und am Ende landet er auch in der Waschmaschine, denn man muss die Sachen ja auch wieder sauber bekommen. Meine Hände waren nach 4 Wochen rau wie Schmirgelpapier. Peeling brauchte ich erstmal keines mehr.

Ungeliebte Überraschungen

Der Ausriss der alten Toilette war innerhalb weniger Stunden erledigt. Vor unserem Haus lag ein Haufen Bauschutt, bei dem wir uns fragten, wo dieses ganze Material nur war und wie groß der Haufen bei einem Umbau eines ganzen Hauses wäre? Unser Gäste-WC war leider bereits doppelt gefliest, wie sich in dieser Phase herausstellte. Es entstanden Extrakosten. Ein Gipser musste kommen und eine vernünftige Ebene herstellen auf der weiter gearbeitet werden konnte. Da diese neue Erkenntnis auch neue Möglichkeiten bot, haben wir uns dazu entschlossen nur noch die beiden Seiten mit Fliesen zu versehen und das auch nur bis zur Hälfte, und den Rest beim Feinputz zu lassen. So wirkt der kleine Raum wesentlich luftiger und nicht so zu gekleistert.

Seitenwechsel

Da man das alte Rohr entfernen musste, kam die Frage auf, ob man die Seite der Toilette ändert. Der Raum würde größer wirken und es wäre auch ein gewisser Sichtschutz für den Toiletten-Nutzer, sollte man nicht abgeschlossen haben oder nicht abschließen wollen. Es wurde ein neues Loch gebohrt und das alte verschlossen. Der neue Wandspülkasten wurde eingebaut und auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls eine kleine Mauer, um etwas Ablagefläche zu schaffen. Der ganze Raum wirkt dadurch auch gleich viel behaglicher. Na ja, davon war natürlich jetzt erstmal einige Zeit noch nichts zu sehen.

Warmes Wasser in der Toilette

Es gab einen tollen Vorschlag für warmes Wasser in der Toilette. Ein kleines Warmwassergerät. Ich dachte erst, ein kleiner Boiler würde bei uns im Gäste-Klo hängen müssen. Falsch gedacht. Der Boiler wurde von SCHRADE bezogen und im Keller angebracht. Es wurde eine Leitung nach oben verlegt. Niemand ahnt, dass wir nachträglich eine Warmwasserleitung installieren haben. Endlich können wir und unsere Gäste in unserer Gäste-Toilette die Hände waschen. 

Warmwasserboiler TESY
Warmwasserboiler TESY

Der Gipser kam nachdem die Rohre verlegt, der Spülkasten, der Warmwasserboiler und die kleinen Mauerabsätze vorbereitet wurden. Man konnte schon erahnen, dass das ein richtig tolles „Örtchen“ werden würde. Der Gipser kam zweimal. Dazwischen lag eine ordentliche Trocknungszeit. Der vorher/nachher Effekt war enorm und gefiel uns außerordentlich gut.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Die Suche nach den passenden Fliesen war nicht so einfach. Besser gesagt die Entscheidung für eine Fliese. Immerhin sollen die Fliesen die nächsten vermutlich 20 Jahre erträglich sein. Da schwarz/weiß unvergängliche Farben sind, haben wir uns für schwarze Wandfliesen entschlossen. Genauer gesagt schwarze Metro-Fliesen. Mit schönen reinweißen Fugen und den weißen Möbeln konnte ich mir das sehr elegant aber auch gemütlich vorstellen. Der Fußboden sollte mit Fliesen in grauer Holzoptik gefliest werden. Die Fliesen haben wir vor Ort bei ZIEGLER Bauzentrum bestellt.

Anstrich mit Kalkfarbe

Nachdem der Putz ordentlich getrocknet war, haben wir den Anstrich mit einer Kalkfarbe von AURO vorgenommen. Man sollte den Anstrich mindestens einmal wiederholen, besser wären sogar insgesamt drei Anstriche vorzunehmen. Kalkfarben decken nicht so gut wie Dispersionsfarbe, sind aber weitaus gesünder da atmungsaktiv. Besonders in älteren Häusern empfiehlt es sich mit Kalkfarben zu arbeiten, da diese auch gut gegen Schimmelanfälligkeiten helfen.

Einmal IKEA und zurück

Das Waschbecken mit passendem Unterschrank ist von IKEA. Auch die passende schwarze Armatur im Vintage-Stil, welche perfekt zu den tollen Metro-Fliesen passt, gibt es bei IKEA. Ich mag am Unterschrank besonders, dass ich nun alles schön verstauen kann und nichts mehr einstaubt oder unordentlich wirkt. Der Spiegel und die tolle Leuchte sind ebenfalls von IKEA, genauso wie Klobürste, Tret-Mülleimer, Klopapier-Halter und der Handtuchhaken. Ja, ihr merkt schon. Ich bin ein kleiner IKEA-Fanatiker. Der neue Heizkörper allerdings, ist von KERMI.

Der Umbau vom ersten bis zum letzten Handanlegen hat circa vier Wochen gedauert. Die Kosten lagen bei rund 4.000 Euro. Eine ordentliche Stange Geld. Material- und Entsorgungskosten lagen hiervon bei rund 3.000 Euro. Ich habe gelesen, dass Renovierungen mit 2.000 Euro pro Quadratmeter anzusetzen sind. In unserem Fall hat das so gepasst.


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